Japan
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The Sumō (相撲).

DSC02154Sumō. 相撲. Natürlich so etwas wie ein Pflichttermin wenn man Japan besucht. Wörtlich übersetzt: (gegenseitig) + (hauen, schlagen, stoßen). Genauer gesagt sind wir beim Ōzumō gewesen: 大相撲 – das Schriftzeichen bedeutet so viel wie groß, stark, wichtig. Also: Das Große, gegenseitige Hauen. Professionelles Sumō also.

Aber irgendwie ging es gar nicht so sehr darum, wer sich da unten so kloppt, wer tatsächlich gewinnt. Das Ganze hat eher einen Festival-Charakter. Wir sind zu Gast bei einem der großen Turniere (Hon-Basho – 本場所), welches nur drei Mal pro Jahr in Tokyo stattfindet. Auf dem Weg zur Halle sieht man die ersten Sumo-Ringer ebenfalls per U-Bahn oder Taxi anreisen, bevor man die gigantische Sumo-Halle betritt.

Die richtigen Fans mieten sich (auf den Fotos zu sehen) neben dem Ring so eine Vierer-Box zum Sitzen, bringen leckere Bento für den ganzen Tag mit, essen und trinken lustig vor sich hin. Und als Nebenhighlight gibt es in der Mitte riesige Menschen zu sehen, die die meiste Zeit damit verbringen, sich auf den Kampf vorzubereiten. Ein Sänger bittet die beiden kommenden Sumo-Ringer mit seinem Gesang zum Kampfe, sie betreten den Ring. Dann wird erst einmal aufwändig gedehnt, auf den Körper geklatscht. Es folgt diese typische Bewegung, bei der ein Bein hoch zur Seite gestreckt wird, um damit dann fest auf den Boden zu stampfen. Ein böser Blick zum Gegner, man macht sich langsam fertig und stellt sich in der Mitte des Rings auf. Aber: Weit gefehlt, es geht noch nicht los. Erst einmal zurück in die Ringecke, um sich noch einmal mit einem Tuch das Gesicht zu wischen, um eine Handvoll Salz aufzunehmen, welches man dann in den Ring verteilt. Das gesamte Prozedere wiederholt sich dann noch ein zweites Mal, bevor man sich in der Mitte des Rings trifft, und in einem gewaltigen Schlag aufeinander trifft.

Manchmal dauert es 1-2, manchmal 30 Sekunden, aber länger als eine Minute hat wohl keiner der vielleicht 40-50 Kämpfe gedauert die man sich an einem Tag anschaut. Und am Ende landet einer der beiden Kolosse irgendwo auf dem Ringboden, oder, was dann mit einem lauten Raunen des Publikums gewürdigt wird, mitten in den Zuschauerrängen. 5 Minuten Ritual, Vorbereitung, Spannungsaufbau, einige Sekunden Kampf.

Ach ja, wir haben uns gefragt was die Sumo-Kämpfer nach ihrer aktiven Karriere so machen.
Wir hätten selbst drauf kommen können. Sie werden … Köche.

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Im folgenden Video seht ihr einen Vorrunden-Kampf: Den jungen Kämpfern ist am Vormittag größeres Publikum und das Salz-Ritual wohl noch nicht vergönnt, vielleicht damit es auch einfach etwas zügiger geht. Im zweiten Video einer der späteren Kämpfe sowie der Auftritt des Vorjahres-Champion.

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Lohnt? Ja, sollte man einen Tag investieren.
Wann? 3 Turniere pro Jahr in Tokyo: Januar, Mai, September.
Wo? Ryōgoku Kokugikan. JR Sobu Haltestelle Ryogoku.
Kostet? 3,000 bis 40,000 Yen. Mein Tip: Die billigsten Tickets unter der Woche holen, und sich dann vor Ort auf bessere Plätze setzen sofern sie frei bleiben. Ist wohl akzeptierte Praxis.

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